Quellen / Literaturverzeichnis
In der Palliativsituation dominieren Schmerzen und Fatigue; häufig treten zusätzlich Übelkeit, Appetitverlust, Kachexie, Schlafstörungen, Depressionen und Angst auf. Diese Symptomlast prägt die Lebensqualität maßgeblich [1].
Chemotherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV) zählen zu den klinisch bedeutsamsten Beschwerden. Sie können so belastend sein, dass onkologische Behandlungenaus gelassen werden; trotz moderner Antiemese bleibt die Kontrolle bei einem Teil der Betroffenen unzureichend [2].
Krebsschmerz ist eines der belastendsten Symptome. Auch unter opioidbasierter Standardtherapie bleibt die Schmerzlinderung bei einem Teil der Patientinnen und Patienten unzureichend; Nebenwirkungen sind häufig [2,3]
Trotz onkologischer Fortschritte ist die Symptomlast in fortgeschrittenen Stadien hoch und beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich [1].
Palliativmedizin zielt auf Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität bei schweren, unheilbaren Erkrankungen [2].
Eine Erkrankung gilt als nicht heilbar, fortschreitend und weit fortgeschritten, wenn kurative Maßnahmen nicht möglich sind, der Verlauf trotz Behandlung nicht nachhaltig aufzuhalten ist und die Lebenserwartung ärztlich auf Tage bis Monatebegrenzt wird [4].
Die palliative Bedarfslage wird klinisch anhand von Symptomschwere, Symptomkomplexität und Prognose eingeschätzt [4]. Für die diagnostische Einordnung gehört eine systematische Erfassungder führenden Symptome (z. B. Schmerz, CINV, Fatigue), ihrer funktionellen Auswirkungen und der Komorbiditäten.
Krebsassoziierte Kachexie ist ein multifaktorielles Wasting-Syndrom mit anhaltendem Verlust von Muskelmasse (mit/ohne Fettverlust) und ist mit verminderter Lebensqualität, reduzierter Therapietoleranz sowie erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert; fehlendeeinheitliche Diagnosekriterien erschweren Prävalenzschätzungen und Studienvergleiche [5].
Palliativmedizinische Behandlung wird besonders häufig bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (38,5 %) und Krebserkrankungen (34 %) erforderlich; weitere chronische Erkrankungen wie chronische Atemwegserkrankungen, AIDS sowie neurodegenerative Erkrankungen können im fortgeschrittenen Stadium palliativmedizinische Maßnahmen notwendig machen [1].
Bei fortgeschrittenen, metastasierten oder terminalenKrebserkrankungen berichten 51,9 % der Betroffenen über mittelstarke bis starke Schmerzen; häufig sind außerdem Appetitlosigkeit (30–92 %), Übelkeit (6–68 %), Schlafstörungen (9–69 %) und Depressionen (3–77 %) [1].
Bei HIV-Infizierten treten Schmerzen, Dyspnoe sowie gastrointestinale Symptome (Appetitmangel, Übelkeit, Erbrechen) häufig auf; Ursachen sind die Infektion selbst, Komorbiditäten (z. B. opportunistische Infektionen, Kaposi-Sarkom) oder Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie [1].
Die leitliniengerechte Schmerztherapie richtet sich nach der WHO-Stufentherapie: zunächst Nicht-Opioid-Analgetika (Stufe I), bei Bedarf schwache Opioide(Stufe II) und bei mittelstarken bis starken Tumorschmerzen starke Opioide (Stufe III); häufig sinnvoll ist die Kombination mit Koanalgetika (z. B. Antikonvulsiva, Antidepressiva) [6].
Typische Nebenwirkungen sind Obstipation, Übelkeit/Erbrechen, Sedierung, Mundtrockenheit, Juckreiz und in höheren Dosen Atemdepression. Diese Effekte beeinträchtigen die Lebensqualität und erfordern oft Begleitmedikation (z. B. Laxanzien) [6].
Bei therapierefraktären Schmerzen ist ein Opioidwechsel indiziert – etwa bei unzureichender Analgesie trotz Dosisanpassung oder bei nicht beherrschbaren Nebenwirkungen [6]. Gleichwohl bleibt ein Teil der Betroffenen auch trotz adäquater Opioidtherapie unzureichend schmerzkontrolliert, und Nebenwirkungen sind häufig [3].
Standard ist die Kombination aus 5-HT3-Antagonist, NK1-Antagonist und Dexamethason. Dronabinol und Nabilon werden als Rescue-Medikation eingesetzt, wenn die Standardantiemetika nicht ausreichen. Dronabinol ist in ölhaltiger Lösung oder als Kapseln verfügbar [7].
Nabilon (Canemes®) ist ein synthetisches Cannabinoid, das strukturell Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC), dem psychoaktiven Hauptbestandteil der Cannabispflanze, ähnelt. Es ist zugelassen zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen infolge einer Chemotherapie bei Erwachsenen. Nabilon darf nur eingesetzt werden, wenn Patienten auf andere antiemetische Behandlungen nicht adäquat ansprechen.
Anders als Dronabinol, Cannabisblüten und pflanzliche Cannabisextrakte, die auf gewöhnlichen Kassenrezepten oder Privatrezepten verordnet werden können, fällt Nabilon (Canemes®)weiterhin unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und muss auf einem BtM-Rezept verordnet werden.
Fatigue ist eines der häufigsten und belastendsten Symptome in der Palliativsituation. Die Leitlinie empfiehlt vor allem psychoedukative Verfahren, angepasste körperliche Aktivität und psychosoziale Interventionen als erste Maßnahmen [6]. Diese Ansätze zielen darauf ab, Betroffene und Angehörige über Ursachen und Umgangsstrategien zu informieren, Ressourcen zu aktivieren und die Selbstwirksamkeit zu stärken.
Pharmakologische Behandlungsoptionen wie Methylphenidat oder Modafinil kommen nur in ausgewählten Fällen in Betracht, da ihre Wirksamkeit begrenzt ist und relevante Nebenwirkungen auftreten können [6].Kortikosteroide (z. B. Dexamethason, Prednisolon) können kurzfristig zu einer Steigerung von Aktivität und Lebensqualität beitragen. Ihr Einsatz ist aufgrund erheblicher Nebenwirkungen zeitlich streng zu begrenzen. Andere Substanzen wie Donepezil, Amantadin oder L-Carnitin wurden untersucht, die Evidenz ist jedoch schwach [6].
Nicht-medikamentöse Ansätze umfassen vor allem psychotherapeutische Verfahren wie kognitive Verhaltenstherapie, Problemlösungsstrategien, interpersonelle Verfahren sowie achtsamkeits- oder akzeptanzbasierte Ansätze. Ergänzend können tiefenpsychologische Interventionen oder Kreativtherapien eingesetzt werden. Alle Patienten sollen eine psychosoziale Basisbetreuung mit Psychoedukation, Förderung von Ressourcen und Stärkung sozialer Unterstützung erhalten.
Für die medikamentöse Therapie besteht keine Überlegenheit einzelner Antidepressiva. Die Auswahl richtet sich nach Verträglichkeit, Nebenwirkungsprofil, bisherigen Erfahrungen und Patientenpräferenz. Geeignete Optionen sind u. a. SSRI, Mirtazapin oder Venlafaxin; trizyklische Antidepressiva können bei gleichzeitig neuropathischen Schmerzen in Betracht gezogen werden.
Andere Substanzen:
Die S3-Leitlinie Palliativmedizin empfiehlt nicht-medikamentöse Verfahren als Erstlinie, wenn Belastung/ Alltagsbeeinträchtigung besteht [6]. Wirksam mit moderatem Effekt sind vor allem kognitive Verhaltenstherapie, Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) und Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) – idealerweise einzeln, indirekter, interaktiver Durchführung durch Qualifizierte. Ergänzend können eingesetzt werden: sozialarbeiterische Unterstützung (z. B. Versorgung, Finanzen), spirituelle Begleitung sowie non-verbale Verfahren (z. B. künstlerische Therapien, Atem- und Entspannungsverfahren).
Medikamentös gilt: Eine Anxiolyse soll angeboten werden,
Für akute Angstsymptome und Panikattacken sollen kurzwirksame Benzodiazepine mit schnellem Wirkungseintritt eingesetzt werden [6]; Dosis und Dauer richten sich am vom Patienten berichteten Schweregrad und der zufriedenstellenden Symptomlinderung aus. Bei unzureichender Wirksamkeit/Unverträglichkeit ist die Indikation für Antidepressiva oder andere anxiolytische Medikamente zu prüfen; bei rezidivierenden Angstzuständen mit vorher wirksamer Pharmakotherapie soll diese bevorzugt werden. Nicht-medikamentöse und medikamentöse Maßnahmen werden stufenweise kombiniert, mit regelmäßiger Reevaluation von Nutzen und Nebenwirkungen.
Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV): Die AAPV ist in der Regel Teil der üblichen häuslichen Versorgung und zielt darauf, Beschwerden und Schmerzen frühzeitig zu erkennen, vorzubeugen und zu lindern. Verantwortlich sind in erster Linie Hausärztinnen/Hausärzte bzw. Fachärztinnen/Fachärzte sowie der bestehende Pflegedienst; es fallen keine gesondert abrechenbaren Leistungen an [8].
Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV): Reicht die AAPV nicht aus, kommt die SAPV in Betracht. Die Versorgung erfolgt interdisziplinär durch Ärztinnen/Ärzte, Pflegedienste und Therapeutinnen/Therapeuten – häufig in Palliativ-Care-Teams (PCT) oder in Zusammenarbeit mit (ambulanten) Hospizen – mit Fokus auf koordiniertem Schmerzmanagement und Symptomkontrolle; regelmäßige Teamgespräche, strukturierte Kommunikation und Supervision sind wichtige Bestandteile [4,8].
Anspruch auf SAPV: Anspruch besteht, wenn eine nicht heilbare, fortschreitende und weit fortgeschrittene Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung vorliegt und eine besonders aufwändige Versorgung benötigt wird, die ambulant erbracht werden kann [4].
Ein Symptomgeschehen gilt in der Regel als komplex, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist: ausgeprägte Schmerzsymptomatik, ausgeprägte neurologische/ psychiatrische/ psychische, respiratorische/ kardiale, gastrointestinale oder urogenitale Symptomatik oder ulzerierende/ exulzerierende Wunden/ Tumoren [4].
Verordnung: Die SAPV wird von der behandelnden Vertragsärztin/dem behandelnden Vertragsarzt verordnet (Muster 63). Im Entlassmanagement kann auch die Krankenhausärztin/ der Krankenhausarzt verordnen – mit frühzeitiger Information der weiterbehandelnden Praxis zur nahtlosen Anschlussversorgung [4].
Cannabinoide wirken primär über die körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren CB1 im ZNS und CB2 in Peripherie und Immunsystem. Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC) aktiviert G-Protein-gekoppelte Cannabinoid-Rezeptoren im ZNS und in peripheren Geweben. Über CB1 werden Antiemese, Appetitsteigerung und Analgesie vermittelt. Cannabidiol (CBD) kann THC-Effekte modulieren und zeigt unter anderem anxiolytische und antikonvulsive Eigenschaften [3].
Die analgetische Wirkung cannabisbasierter Arzneimittel beruht auf der Interaktion mit dem Endocannabinoid-System. Bei Stress oder Schmerz erzeugen endogene oder exogen zugeführte Cannabinoide vorübergehende antinozizeptive Effekte durch Hemmung präsynaptischer CB1-Rezeptoren; in Tiermodellen sind Endocannabinoide an der Initiation von Schmerz, der Auflösung tonischer Schmerzen sowie an stress- und furchtbedingter Analgesie beteiligt [2].
Seit März 2017 sind medizinische Cannabisblüten und standardisierte Cannabis-Extrakte in Deutschland verordnungsfähig. Dronabinol und pflanzliche Cannabisextrakte können als Rezeptur u.a. als Lösung und Kapseln hergestellt werden. Nabilon ist als Fertigarzneimittel bei chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) zugelassen [7]. Nabiximols (Sativex®) ist ein oromukosales 1:1-THC:CBD-Spray mit 2,7 mg Δ9-THC und 2,5 mg CBD pro Sprühstoß [9].
Krebsschmerz gehört zu den belastendsten Symptomen in der Onkologie; in einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit lag die Gesamtprävalenz bei nahezu 50 %, moderate bis starke Schmerzen betrafen rund ein Drittel der Betroffenen [2]. Die ASCO empfiehlt, Opioide bei mittelstarken bis starkenkrebsassoziierten Schmerzen einzusetzen, sofern nicht kontraindiziert [2]. Gleichwohl führen Bedenken von Patientenseite (Opioidrisiken) und wachsende Zurückhaltung bei Verordnenden dazu, dass cannabisbasierte Optionen als opioidsparende Ergänzungen gesucht werden [2].
THC (Dronabinol) – analgetische Wirksamkeit und Dosisabhängigkeit. In einer Studie an Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Krebs erzielte THC in höheren Dosen (15–20 mg) eine bessere Schmerzlinderung als niedrigere Dosen (5–10 mg) und Placebo; zugleich traten Sedierung und Euphorie unter den höheren Dosen häufiger auf [2].
THC:CBD vs. THC vs. Placebo – randomisierte Evidenz. In einer multizentrischen, doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Parallelgruppenstudie war ein THC:CBD-Extrakt bei fortgeschrittenen, opioidrefraktären Krebsschmerzen analgetisch wirksam; ein THC-Extrakt zeigte keinen vergleichbaren Vorteil gegenüber Placebo [2].
Kernaussage: Für den Zusatz zu Opioiden ist die Evidenz für THC:CBD am konsistentesten (klinisch relevante Effekte, aber nicht in allen Studien repliziert); THC/Dronabinol ist analgetisch, jedoch häufig durch Nebenwirkungen limitiert [2,3,10]
Eine Appetitminderung ist in der Onkologie häufig und beeinträchtigt die Lebensqualität deutlich; Ernährung und Nahrungsaufnahme sind zentrale Determinanten von Funktionalität und Teilhabe [2]
THC/Dronabinol: Appetit und Gewicht. In zwei Studien mit Patienten mit fortgeschrittenem Krebs steigerte THC den Appetit. Gegenüber Megestrol war die Appetitsteigerung jedoch geringer (Appetit-Response 49 % unter THC vs. 75 % unter Megestrol); Gewichtszunahmen traten unter Megestrol häufiger auf (11 % vs. 3 %). Die Kombination Megestrol + THC bot keinen Zusatznutzen gegenüber Megestrol allein [2].
In einer anderen Studie zeigte Dronabinol 2,5 mg (mit oder ohne CBD 1 mg) keine signifikante Verbesserung von Appetit und Körpergewicht gegenüber Placebo bei Krebspatienten [2,11].
Nabilon. In einem doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Acht-Wochen-Trial zeigte Nabilon keine signifikante Appetitverbesserung, jedoch eine Zunahme der Kohlenhydrataufnahme [12]
Evidenz außerhalb der Onkologie (begrenzte Übertragbarkeit). Bei HIV/Aids verbesserten Cannabinoide den Appetit und führten zu Gewichtsstabilisierung bzw. Gewichtszunahme gegenüber Placebo; diese positiven Befunde sind aufgrund anderer Pathophysiologie nur eingeschränkt auf onkologische Kachexie übertragbar [2]
Chemosensorik (Geschmack/Geruch) als Appetitanreger. In einer doppelblinden, randomisierten Studie (THC 2,5 mg 2-mal täglich) verbesserten sich gegenüber Placebo die chemosensorische Wahrnehmung, der Geschmack der Speisen, der Appetit vor der Mahlzeit sowie die Proteinzufuhr. Weniger als 50 % schlossen die Studie ab (Drop-outs durch Verlust der Nachverfolgbarkeit oder Nebenwirkungen). Die kleine Fallzahl und hohe Ausfallrate schränken die Aussagekraft der RCT ein [2].
Cannabisbasierte Arzneimittel gehen in Studien häufig mit Schwindel, Mundtrockenheit, Übelkeit, Müdigkeit, Somnolenz und Euphorie einher. Meist sind diese Effekte mild bis moderat, in einzelnen Untersuchungen waren sie jedoch so ausgeprägt, dass es zu Studienabbrüchen kam [2]. Für die Palliativmedizin besonders relevant: Viele Patienten nehmen bereits sedierende oder anticholinerge Medikamente ein – additive Effekte (z. B. verstärkte Schläfrigkeit) sind daher möglich und sollten aktiv antizipiert werden.
Cannabis-Hyperemesis-Syndrom (CHS):
Trotz antiemetischer Nutzung kann es – vor allem bei chronischem Konsum – zum CHS kommen [2]. Typisch ist ein Verlauf in Prodromalphase (morgendliche Übelkeit, abdominelles Unwohlsein), Hyperemesisphase (starke, zyklische Übelkeit/Erbrechen mit diffuser Bauchschmerzsymptomatik) und Erholungsphase. Häufige heiße Bäder/Duschen lindern Symptome kurzfristig; die einzige kausale Therapie ist das Beenden des Cannabiskonsums. Für die Praxis gilt: Bei unklarer rezidivierender Emesis unter Cannabis unbedingt CHS differenzialdiagnostisch erwägen.
THC und CBD werden hepatisch metabolisiert und können arzneimittelabbauende Enzyme hemmen; dadurch steigen Wirkspiegel begleitend verabreichter Medikamente, was Wirksamkeit und Toxizität verändert [2].
Opioide wie Methadon, B uprenorphin, Fentanyl und Oxycodon werden ebenfalls enzymatisch abgebaut; bei gleichzeitiger Gabe von Cannabis oder CBD steigen die Opioidspiegel häufig an. Klinisch wurden unter einer CBD-Dosissteigerung bei stabilem Methadon ausgeprägte Somnolenz und Fatigue beobachtet; unter Buprenorphin zeigte sich bei Cannabisgebrauch ein Anstieg von Buprenorphin/ Norbuprenorphin im Blut. Diese Befunde sprechen für eine relevante Interaktionsgefahr [2].
THC – Wechselwirkungen
Internationale Fachgesellschaften wie die Society of Cannabis Clinicians (SCC) haben die wichtigsten Interaktionsdaten zusammengestellt [13]. Interaktionen mit THC können Risiken bergen, lassen sich jedoch häufig durch Dosisanpassungen kontrollieren.
CBD – Bei welchen Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen?
Die Wechselwirkungen von Cannabidiol (CBD) mit anderen Arzneimitteln wurden in einem systematischen Review (2024, Frontiers in Pharmacology) beschrieben [37].
Praktische Konsequenzen:
Dieser Abschnitt fasst die maßgeblichen Regelungen zur Verordnung von medizinischem Cannabis in der Palliativversorgung zusammen: GKV-Kostenübernahme und Genehmigung (inklusive Besonderheiten in SAPV/AAPV), Ausnahmen vom Erstgenehmigungserfordernis für bestimmte Arztgruppen (seit 2024), Abrechnung der ärztlichen Stellungnahme (GOP 01626), Privatrezept/Selbstzahler sowie Rezeptausstellung
Für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gilt: Nur die Erstverordnung von medizinischem Cannabis oder ein grundlegender Therapiewechsel ist genehmigungspflichtig. Folgeverordnungen, Dosisanpassungen sowie der Wechsel zu anderen Cannabisblüten bzw. anderen Extrakten sind ohne erneute Genehmigung möglich. In der SAPV sind Verordnungen grundsätzlich genehmigungsfrei, ein Kostenübernahmeantrag für die Cannabistherapie ist nicht erforderlich. In der AAPV – oder wenn die Therapie stationär begonnen wird – bleibt die Genehmigungspflicht bestehen; die Prüffrist der Krankenkasse beträgt 3 Tage. Ein Facharztvorbehalt besteht nicht; alle Ärztinnen und Ärzte dürfen verordnen (ausgenommen Zahn- und Tierärzte). (G-BA-Pressemitteilung 16.03.2023 [14])
Änderung 2024: Für bestimmte Arztgruppen nach (Muster-)WBO 2018 entfällt die Pflicht zur Erstgenehmigung durch die Krankenkasse. Die Voraussetzungen für die Kostenübernahme und Maßgaben der Arzneimittelrichtlinie bleiben unverändert: schwerwiegende Erkrankung, keine geeigneten Alternativen, realistische Aussicht auf positive Wirkung, Überprüfung der Zweckmäßigkeit innerhalb der ersten 3 Monate und danach regelmäßig, vollständige Dokumentation. Fertigarzneimittel haben Vorrang vor Blüten/Extrakten; eine Blütenverordnung bedarf einer dokumentierten Begründung[15]. Wichtig: In jedem Fall ist das Wirtschaftlichkeitsgebot zu beachten.
Arztgruppen mit Wegfall der Erstgenehmigung (nach (Muster-)WBO 2018):
Für die GKV-Erstgenehmigung kann die GOP 01626 (143 Punkte) abgerechnet werden. Sie umfasst die ärztliche Stellungnahme zu Cannabis-Blüten, -Extrakten, Dronabinol oder Nabilon; einmal je Erstverordnung, maximal viermal im Krankheitsfall. Den aktuellen Euro-Betrag entnehmen Sie dem Online-EBM [15].
Seit 01.04.2024 ist Cannabis kein BtM mehr; Privatverordnungen erfolgen auf normalem Privatrezept (Ausnahme: Nabilon/Canemes® bleibt BtM-pflichtig). Kein Kassenantrag für Selbstzahler; sofortiger Therapiebeginn möglich. Austherapiertheit ist kein zwingendes Kriterium [16]; die Produktauswahl (Fertigarzneimittel vs. Blüten/Extrakte) erfolgt im Arzt-Patient-Gespräch.
Kostenhinweis: Bei Privatrezepten trägt der Patient auch die Arztkosten (Abrechnung nach GOÄ); typischerweise 50–100 € beim Erstkontakt, Folgeverordnungen sind in der Regel deutlich günstiger [17])
Häufige Verzögerungen entstehen durch unvollständige oder uneindeutige Verordnungen. Apotheken sind verpflichtet, jede Verschreibung auf Richtigkeit, Vollständigkeit und Gültigkeit zu prüfen und dürfen nur formal korrekte Rezepte beliefern. Die folgende Kurzcheckliste unterstützt Ärztinnen/Ärzte bei der korrekten Verordnung.
Pflichtangaben – Extrakte
Beispiel:
Cannabisextrakt MATERIA SIS 10-10, 30 ml; enthält 10 mg/ml THC und 10 mg/ml CBD; Gesamt-THC: 300 mg. ED: 3 Tropfen, TD: 6 Tropfen, oral.
Pflichtangaben – Cannabisblüten
Beispiel:
Cannabisblüten Materia GH 29/1, 30 g, unzerkleinert abgeben, Dosierung: 3x tägl. 0,2 g verdampfen und inhalieren
Rezeptarten
E-Rezept/Muster 16
GKV-Verordnungen von medizinischem Cannabis auf e-Rezept/Muster 16 (seit 01.04.2024); Nabilon (Canemes®) bleibt BtM-Rezept. (BfArM 01.04.2024; IWW 26.04.2024)
Genehmigungspflicht nur bei Erstverordnung bzw. grundlegendem Therapiewechsel; Folgeverordnungen, Dosisanpassungen sowie Wechsel zwischen Blüten und standardisierten Extrakten ohne erneute Genehmigung. SAPV: genehmigungsfrei; AAPV/stationärer Beginn: 3-Tage-Prüffrist. (G-BA-Pressemitteilung 16.03.2023)
Für definierte Facharzt-/ Zusatzbezeichnungen nach (Muster-)WBO 2018 entfällt die Erstgenehmigung. (Bundesanzeiger 16.10.2024)
Privatrezept/PKV
Verordnung auf Privatrezept; Erstattung PKV vertragsabhängig; Nabilon weiterhin BtM-Rezept. (BfArM 01.04.2024; IWW 26.04.2024)
Bei Privatrezepten trägt der Patient auch die Arztkosten (GOÄ).
Formalia, Fristen und Verfügbarkeit
Jede Erkrankung und jeder Patient erfordern eine möglichst individuell abgestimmte Behandlung. Um die Therapie bestmöglich auf die spezifischen Bedürfnisse von Menschen mit unterschiedlichen Symptomen zuzuschneiden, sind neben der Auswahl geeigneter Cannabinoide, der Darreichungsform, Titration und Dosierung auch die Terpene mit ihren verschiedenen therapeutischen Effekten von Bedeutung.
Im Folgenden werden die Terpene vorgestellt, die sowohl in der Praxis als auch in der Wissenschaft an Relevanz gewinnen.
Wichtige Hinweise:
Trotz dieser Einschränkungen können Terpene – vor allem bei guter Verträglichkeit – in die Auswahl von Cannabisarzneimitteln einbezogen werden, wenn ein möglicher Zusatznutzen erwartet wird. Der vorliegende Terpen-Navigator soll dabei helfen, schnell jene Terpene auszuwählen, die bei bestimmten Symptomen potenziell hilfreich sein können. Ärztinnen und Ärzte finden hier außerdem die Studien, die als Begründung für die Auswahl bestimmter pflanzlicher Cannabis produkte mit spezifischen Terpenprofilen herangezogen werden können.
Inhaltsverzeichnis
β-Myrcen
β-Myrcen besitzt schmerzlindernde Eigenschaften, indem es die Freisetzung körpereigener Opioide stimuliert [18].
Aroma: erdig, würzig, holzig
Vorkommen: Mango, Thymian, Hopfen, Zitronengras
β-Caryophyllen
β-Caryophyllen wird unter anderem mit analgetischen Wirkungen in Verbindung gebracht [18].
Aroma: würzig, pfeffrig
Vorkommen: Schwarzer Pfeffer, Oregano, Nelken
Geraniol
In präklinischen Untersuchungen zeigte Geraniol schmerzlindernde und neuroprotektive Effekte, etwa bei neuropathischen Schmerzen nach Rückenmarksverletzungen [19,20].
Aroma: blumig, süß, rosig
Vorkommen: Rosen, Geranien, Wermut, Koriander, Pfirsiche
Borneol
Das Terpen, das auch in Ingwer und Kurkuma vorkommt, besitzt schmerzlindernde und krampflösende Potenziale [19].
Aroma: kampferartig, erdig, holzig
Vorkommen: Rosmarin, Ingwer, Kurkuma
β-Caryophyllen
β-Caryophyllen wird unter anderem mit entzündungshemmenden Wirkungen in Verbindung gebracht [18].
Aroma: würzig, pfeffrig
Vorkommen: Schwarzer Pfeffer, Oregano, Nelken
Linalool
Linalool, das unter anderem auch in Lavendel enthalten ist, wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und krampflösend und zeigt zudem potenziell angstlösende und beruhigende Eigenschaften [21,22].
Aroma: blumig, lavendelartig
Vorkommen: Lavendel, Koriander, Basilikum
Phellandren
Phellandren ist ein seltenes Terpen, das über potenziell bronchienerweiternde und entzündungshemmende Eigenschaften verfügt [18].
Aroma: fruchtig-zitrusartig mit leichten Anklängen von Pfefferminze
Vorkommen: Eukalyptus, Ingwer, Fenchel
Bisabolol
Bisabolol zeigte im Tierversuch nervenzellschützende Effekte und eine Hemmung neuroentzündlicher Prozesse [23].
Aroma: blumig, süßlich
Vorkommen: Kamille, Candeia-Baum
Eucalyptol (1,8-Cineol)
Eucalyptol (auch bekannt als 1,8-Cineol) wird unter anderem mit entzündungshemmenden Eigenschaften in Verbindung gebracht [24].
Aroma: frisch, minzig
Vorkommen: Eukalyptus, Rosmarin, Salbei, Wermut
Limonen
Limonen ist bekannt für sein frisches Zitrusaroma und seine stimmungsaufhellenden Effekte. Präklinische und klinische Studien weisen auf angstlösende und stressreduzierende Wirkungen hin [25]. Darüber hinaus zeigte eine aktuelle randomisierte kontrollierte Studie (RCT), dass Limonen THC-bedingte Nebenwirkungen wie Angstgefühle abmildern kann [26].
Aroma: frisch, zitrusartig
Vorkommen: Zitrusfrüchte, Minze, Rosmarin
Linalool
Linalool, das unter anderem auch in Lavendel enthalten ist, wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und krampflösend und zeigt zudem potenziell angstlösende und beruhigende Eigenschaften [21,22]. Vermutet wird ein Einfluss auf das Glutamat- und GABA-System im Gehirn [21].
Aroma: blumig, lavendelartig
Vorkommen: Lavendel, Koriander, Basilikum
Terpinolen
Terpinolen kommt vor allem in Sativa-dominanten Sorten vor. Es wirkt potenziell energetisierend und kann möglicherweise die Stimmung verbessern [27–30].
Aroma: frisch, kräuterartig mit Pinien- und Zitrusnoten
Vorkommen: Äpfel, Muskat, Kreuzkümmel, Teebaumöl
Limonen
Limonen ist bekannt für sein frisches Zitrusaroma und seine stimmungsaufhellenden Effekte. Präklinische und klinische Studien weisen auf angstlösende und stressreduzierende Wirkungen hin [8]. Darüber hinaus zeigte eine aktuelle randomisierte kontrollierte Studie (RCT), dass Limonen THC-bedingte Nebenwirkungen wie Angstgefühle abmildern kann [26].
Aroma: frisch, zitrusartig
Vorkommen: Zitrusfrüchte, Minze, Rosmarin
Linalool
Linalool, das unter anderem auch in Lavendel enthalten ist, wirkt antioxidativ, entzündungshemmend und krampflösend und zeigt zudem potenziell angstlösende und beruhigende Eigenschaften [21.22]. Vermutet wird ein Einfluss auf das Glutamat- und GABA-System im Gehirn [21].
Aroma: blumig, lavendelartig
Vorkommen: Lavendel, Koriander, Basilikum
β-Caryophyllen
β-Caryophyllen wird unter anderem mit anxiolytischen Wirkungen in Verbindung gebracht [18].
Aroma: würzig, pfeffrig
Vorkommen: Schwarzer Pfeffer, Oregano, Nelken
β-Myrcen
Ein hoher Myrcengehalt (> 0,5 %) in Cannabisblüten wird mit starker körperlicher und psychischer Entspannung in Verbindung gebracht [32]. Myrcen ist daher in Indica-Cannabissorten oft relativ hoch konzentriert und kann bei Schlafstörungen hilfreich sein.
Aroma: erdig, würzig, holzig
Vorkommen: Mango, Thymian, Hopfen, Zitronengras
Linalool
Linalool, das unter anderem auch in Lavendel enthalten ist, wirkt krampflösend und zeigt zudem potenziell angstlösende und beruhigende Eigenschaften [21,22]. Vermutet wird ein Einfluss auf das Glutamat- und GABA-System im Gehirn [21].
Aroma: blumig, lavendelartig
Vorkommen: Lavendel, Koriander, Basilikum
Linalool
Linalool, das unter anderem in Lavendel enthalten ist, wirkt krampflösend und wird zudem mit angstlösenden und beruhigenden Eigenschaften in Verbindung gebracht [21,22]. Vermutet wird ein Einfluss auf das Glutamat- und GABA-System im Gehirn [21].
Aroma: blumig, lavendelartig
Vorkommen: Lavendel, Koriander, Basilikum
β-Myrcen
Ein hoher Myrcengehalt (> 0,5 %) in Cannabisblüten wird mit starker körperlicher und psychischer Entspannung assoziiert [32]. Myrcen findet sich besonders in Indica-Sorten und könnte bei Schlafstörungen hilfreich sein.
Aroma: erdig, würzig, holzig
Vorkommen: Mango, Thymian, Hopfen, Zitronengras
Borneol
Borneol, enthalten unter anderem in Ingwer und Kurkuma, wird mit krampflösenden Effekten in Verbindung gebracht [19].
Aroma: kampferartig, erdig, holzig
Vorkommen: Rosmarin, Ingwer, Kurkuma
α-Pinen und β-Pinen
Studien zufolge können die Terpene α-Pinen und β-Pinen die Aktivität der Acetylcholinesterase im Gehirn hemmen und dadurch kognitive Funktionen unterstützen [18]. Zudem können sie die Verträglichkeit von Cannabis verbessern, indem sie Gedächtnisstörungen verringern, die durch hohe THC-Dosierungen verursacht werden [18].
Aroma: frischer Kiefernduft, harzig
Vorkommen: Kiefern, Rosmarin, Dill, Petersilie
Limonen
Limonen ist bekannt für sein frisches Zitrusaroma und seine stimmungsaufhellenden Effekte. Präklinische und klinische Studien weisen auf angstlösende und stressreduzierende Wirkungen hin [8]. Darüber hinaus zeigte eine aktuelle randomisierte kontrollierte Studie (RCT), dass Limonen THC-bedingte Nebenwirkungen wie Angstgefühle abmildern kann [26].
Aroma: frisch, zitrusartig
Vorkommen: Zitrusfrüchte, Minze, Rosmarin
Terpinolen
Terpinolen kommt vor allem in Sativa-dominanten Sorten vor. Es wirkt belebend, kann die Stimmung heben und Ängste reduzieren [27–30].
Aroma: frisch, kräuterartig mit Pinien- und Zitrusnoten
Vorkommen: Äpfel, Muskat, Kreuzkümmel, Teebaumöl
Bisabolol
Bisabolol zeigte im Tierversuch nervenzellschützende Effekte und eine Hemmung neuroentzündlicher Prozesse [23]. Präklinische Untersuchungen an Leukämiezellen zeigten zudem, dass Bisabolol direkt menschliche Krebszellen angreifen und deren Zelltod fördern kann [33,34].
Aroma: blumig, süßlich
Vorkommen: Kamille, Candeia-Baum
Terpinolen
Terpinolen wirkt belebend, kann die Stimmung heben und Ängste reduzieren. Studien weisen zudem auf mögliche antitumorale Eigenschaften hin [27–30].
Aroma: frisch, kräuterartig mit Pinien- und Zitrusnoten
Vorkommen: Äpfel, Muskat, Kreuzkümmel, Teebaumöl
Geraniol
In präklinischen Untersuchungen gibt es Hinweise auf antiproliferative und pro-apoptotische Eigenschaften, die bei verschiedenen Krebsarten wie Brust-, Lungen- oder Darmkrebs beobachtet wurden [24].
Aroma: blumig, süß, rosig
Vorkommen: Rosen, Geranien, Wermut, Koriander, Pfirsiche
Eucalyptol (1,8-Cineol)
Eucalyptol (auch bekannt als 1,8-Cineol) wird mit entzündungshemmenden und krebshemmenden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Auch in menschlichen Eierstockkrebszellen zeigte Eucalyptol antitumorale Effekte [24].
Aroma: frisch, minzig
Vorkommen: Eukalyptus, Rosmarin, Salbei, Wermut
p-Cymen
p-Cymen ist ein natürlich vorkommendes Monoterpen. In präklinischen Untersuchungen mit Schwarzkümmelöl (bis zu 40 % p-Cymen) wurden antitumorale Effekte bei verschiedenen Krebsarten wie Blut-, Nieren-, Lungen-, Prostata-, Leber- und Brustkrebs beschrieben [35].
Aroma: orangeartig, karottenartig, zitronig
Vorkommen: Kreuzkümmel, Thymian
Valencen, Humulen, Nerolidol
In präklinischen Untersuchungen wurde beobachtet, dass diese Terpene die Effizienz bestimmter Chemotherapeutika erhöhen können [36].
Aromen:
– Valencen: fruchtig, zitrusartig (Orangen)
– Humulen: hopfig, erdig (Hopfen, Koriander)
– Nerolidol: holzig-blumig (Teebaum, Ingwer, Jasmin)
α-Pinen und β-Pinen
Studien zufolge können die Terpene α-Pinen und β-Pinen die Aktivität der Acetylcholinesterase hemmen. Dadurch könnten sie kognitive Funktionen unterstützen und Gedächtnisprobleme abmildern, wie sie beispielsweise in Zusammenhang mit hohen THC-Dosen auftreten können [18]. Auch im Hinblick auf neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson wird ein potenzieller Nutzen diskutiert.
Aroma: frischer Kiefernduft, harzig
Vorkommen: Kiefern, Rosmarin, Dill, Petersilie
Linalool
Linalool, das unter anderem in Lavendel enthalten ist, wirkt krampflösend und wird zudem mit angstlösenden und beruhigenden Eigenschaften in Verbindung gebracht [21,22]. Vermutet wird ein Einfluss auf das Glutamat- und GABA-System im Gehirn [21].
Aroma: blumig, lavendelartig
Vorkommen: Lavendel, Koriander, Basilikum
Bisabolol
Bisabolol, ein Terpen aus Kamille und Candeia-Baum, zeigte in Tierversuchen nervenzellschützende Effekte und eine Hemmung neuroentzündlicher Prozesse [23].
Aroma: blumig, süßlich
Vorkommen: Kamille, Candeia-Baum
β-Caryophyllen
β-Caryophyllen wird in präklinischen Studien mit neuroprotektiven und entzündungshemmenden Eigenschaften in Verbindung gebracht [18]. Dadurch könnte es auch bei neurologischen Erkrankungen mit Entzündungsbeteiligung, wie Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose, eine unterstützende Rolle spielen.
Aroma: würzig, pfeffrig
Vorkommen: Schwarzer Pfeffer, Oregano, Nelken
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